Abmahnwahn – Werbung und Wahrheit am Beispiel Internetrecht Rostock – Kanzlei Richard & Kempcke
 

An verschiedenen Stellen hatten wir ja schon die Kanzlei Richard & Kempcke mit ihrem Homepage-Auftritt „Internetrecht-Rostock“ erwähnt. Auch, dass diese Kanzlei im großen Stil auf Mandanten-Jagd ist und dabei auch als Kanzlei den Ruf hat, dass sie das sogenannte Schleppnetzfischen dabei bundesweit betreibt. Betrachtet man dann aber auch noch deren Arbeitsweise, ihre wahren Erfolge und die Werbeaussagen, bzw. was sie dort in den Werbeaussagen als Erfolge suggerieren wollen, ergibt sich scheinbar eine Schräglage zwischen Wahrheit und Fiktion. Zumindest muss man so etwas vermuten, wenn man Berichten im Internet Glauben schenken will.

 

Auch muss man bezweifeln, dass diese Kanzlei in einigen Fällen überhaupt befugt, oder legitimiert war tätig zu werden, denn scheinbar gab, oder gibt es einige verärgerte Mandanten, die so etwas in Abrede stellen.

Hierzu schreibt z.B. der IDO - Interessenverband für das Rechts- und Finanzconsulting deutscher Online-Unternehmen e.V. – folgendes auf seiner Homepage:

 

„Wir haben bislang keine Anwaltskanzlei erlebt, die mit einer derart einseitigen und zum Teil als polemisch empfundenen Berichterstattung in der Form eines "Schleppnetzfischens" (der Ausdruck für eine solche Mandatsakquise stammt von einem Vorsitzenden einer Wettbewerbskammer) auf Mandatssuche geht. Dass Verbänden die Befugnis zur Aussprache wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen zusteht (weil es keine Behörde gibt, die solche Verstöße verfolgt), ergibt sich aus dem Gesetz (§ 8 Abs. 3 Nr. 2 UWG). Dies scheinen die Rechtsanwälte Richard & Kempcke aber nicht erkennen zu wollen.“


Wenn man dann den ganzen Beitrag vom IDO-Verband durchliest und sich damit näher beschäftigt, wie die Kanzlei Internetrecht Rostock scheinbar tatsächlich auftritt und seine Mandanten wirbt, können wir diesen Eindruck auch nur bestätigen!


Weiter schreibt der IDO-Verband dort:
 

„Rechnet man einmal die Kosten hoch, die den Mandanten dieser Kanzlei bei eindeutigen Wettbewerbsverstößen insbesondere durch die Durchführung insofern unnötiger Gerichtsverfahren beschert werden, kommt schnell ein vierstelliger Betrag zusammen, denn zu erstatten sind bei einer Niederlage die Kosten der Anwaltskanzlei des Verbandes, der Kanzlei Internetrecht Rostock sowie die Gerichts- und Zustellkosten.

 

Mit einer seriösen Rechtsberatung hat die oben beschriebene Aufklärung unserer Meinung nach wenig zu tun.“

 

Zu dieser Einschätzung können und müssen wir auch kommen, wenn wir die Dinge richtig beleuchten. Scheinbar wirbt Internetrecht Rostock auf seiner Homepage damit, dass sie angeblich „100 Fälle“ gegen den IDO-Verband vertreten, oder vertreten haben und vermitteln damit den Eindruck, als wären sie besonders spezialisiert Fälle gegen IDO zu vertreten und geben sich somit den Anstrich, als wären sie Experten. In unseren Augen eine klar irreführende Mandanten-Werbung, die so nicht geduldet werden kann, wenn man dann im Nachhinein sieht, dass sie doch etliche Niederlagen eingesteckt haben.

 

Den kompletten Bericht können Sie über den obigen Link auf der Seite vom IDO-Verband aufrufen und lesen.

Ebenso können Sie die Urteile zu der obigen Sache auch dort, oder über die nachfolgenden Links hier auf unserer Seite einsehen.

 

• LG Berlin (Urteil vom 25.06.2014, Az.: 97 O 55/14, rechtskräftig)
• LG Berlin (Urteil vom 25.06.2014, Az.: 97 O 61/14, rechtskräftig)
• LG Dresden (Urteil vom 11.07.2014, Az. 41 HK O 100/14 EV)
• LG Nürnberg-Fürth (Urteil vom 31.03.2015, Az.: 3 HK O 7708/14, rechtskräftig)


 

• LG Berlin (Versäumnisurteil vom 26.03.2014, Az. 97 O 3/14, rechtskräftig)
• LG Osnabrück (Versäumnisurteil vom 08.05.2014, Az. 18 O 131/14; rechtskräftig)
• LG Bonn (Versäumnisurteil vom 26.06.2014, Az.: 16 O 11/14; rechtskräftig)
• LG Braunschweig (Urteil vom 22.08.2014, Az. 21 O 2759/13; rechtskräftig)
• LG Saarbrücken (Urteil vom 05.09.2014, Az. 7 O 41/13; rechtskräftig)
• LG Dortmund (Urteil vom 30.09.2014, Az. 19 O 53/14; rechtskräftig)
• LG Düsseldorf (Urteil vom 10.11.2014, Az. 34 O 44/14; rechtskräftig)